In fast jedem Erstgespräch hören wir denselben Satz: „Das Backup läuft, wir bekommen jeden Morgen die Erfolgsmeldung." Die Meldung sagt allerdings nur, dass Daten geschrieben wurden. Sie sagt nichts darüber, ob sich daraus ein lauffähiger Server rekonstruieren lässt, ob die Datenbank konsistent gesichert wurde oder ob jemand vor acht Monaten eine neue virtuelle Maschine angelegt hat, die nie in den Sicherungsauftrag aufgenommen wurde.
Der Restore-Test schließt genau diese Lücke. Er beantwortet drei Fragen, die im Ernstfall über den Fortbestand des Betriebs entscheiden: Lassen sich die Daten überhaupt zurückspielen? Sind sie fachlich brauchbar, also konsistent und vollständig? Und wie lange dauert es tatsächlich, bis wieder gearbeitet werden kann?
Die dritte Frage ist die unangenehmste. Viele Unternehmen gehen von einem halben Tag aus. Gemessen werden dann nicht selten zwei bis drei Tage — weil die Leitung ins Rechenzentrum die Rückspielung begrenzt, weil Lizenzschlüssel fehlen, weil niemand mehr weiß, wie die Warenwirtschaft konfiguriert war. Diese Erkenntnis will man im Testfall haben, nicht am Montagmorgen nach einem Vorfall.
Ein sinnvoller Turnus für KMU ist ein vollständiger Test pro Jahr und ein Stichprobentest pro Quartal. Der Stichprobentest ist schnell: eine Datei, ein Postfach, ein Datenbankstand aus einem zufällig gewählten Zeitpunkt. Der Jahrestest geht weiter und stellt einen kompletten Server in einer isolierten Umgebung wieder her.
Zuerst legen wir fest, was getestet wird und was als bestanden gilt. Sinnvoll ist eine Kombination aus einem Fachverfahren, dem Dateiserver und der E-Mail. Dazu gehört ein Zielwert: Nach welcher Zeit muss das System wieder verfügbar sein, und wie viel Datenverlust ist maximal tragbar? Ohne diese beiden Zahlen ist ein Test nicht bewertbar.
Die Wiederherstellung selbst läuft in einem abgetrennten Netz — auf einem Proxmox-Host genügt dafür meist eine isolierte Bridge ohne Verbindung zum Produktivnetz. So kann der wiederhergestellte Server niemandem in die Quere kommen, und trotzdem lässt sich vollständig prüfen: Dienste starten, Anmeldung testen, Fachanwendung öffnen, Stichproben in den Daten ziehen.
Anschließend wird protokolliert, und zwar mit Zeitstempeln. Wann wurde begonnen, wann war das System bootfähig, wann war die Anwendung nutzbar? Diese Protokolle sind zugleich ein Nachweis gegenüber Ihrer Cyberversicherung und Teil einer sauberen Dokumentation nach DSGVO — der Nachweis der Wiederherstellbarkeit ist dort ausdrücklich gefordert, nicht nur die Sicherung an sich.
Zum Schluss wird nachgesteuert. Fast jeder erste Test bringt zwei bis drei Befunde: eine nicht gesicherte VM, ein fehlendes Kennwort, eine zu knappe Bandbreite. Genau dafür macht man ihn. Wie die Sicherungsstrategie dahinter aufgebaut sein sollte, lesen Sie unter Backup und Recovery.
Wenn Sie den ersten Restore-Test nicht allein durchführen möchten: Wir begleiten das für Unternehmen in Stuttgart, Nürtingen, Göppingen und Umgebung — inklusive Protokoll und Maßnahmenliste. Termin vereinbaren.