Von VMware oder Hyper-V zu Proxmox migrieren

Key-Visual zum Blogbeitrag Von VMware oder Hyper-V zu Proxmox migrieren, Virtualisierung für den Mittelstand, netplay GmbH

Warum das Thema gerade auf vielen Tischen liegt

Seit der Übernahme von VMware durch Broadcom hat sich die Lizenzierung grundlegend geändert: Einzelprodukte werden nicht mehr verkauft, es gibt nur noch die Bündel VMware vSphere Foundation und VMware Cloud Foundation, und statt einer Kauflizenz steht ein Abonnement im Vertrag. Für Betriebe mit zwei oder drei Hosts fällt das besonders auf, weil sie Funktionen mitbezahlen, die sie nie einsetzen werden. Dazu kommt eine Frist: Der allgemeine Support für vSphere 8 endet am 11. Oktober 2027, und die Nachfolgeversionen gibt es nur noch innerhalb der Bündel. Wer heute auf vSphere 8 fährt, muss die Frage also in den kommenden anderthalb Jahren ohnehin beantworten.

Bei Hyper-V ist der Druck ein anderer. Hier geht es seltener um den Preis der Virtualisierung selbst als um den Unterbau: Wer noch Windows Server 2016 betreibt, hat am 12. Januar 2027 ebenfalls ein Supportende vor sich und steht vor einer größeren Umstellung. Viele Betriebe nutzen den Anlass, um die Virtualisierung gleich mit auf eine Plattform zu stellen, die unabhängig vom Windows-Lizenzstand läuft.

Proxmox VE ist in beiden Fällen eine ernsthafte Option. Die Plattform basiert auf Debian, nutzt KVM für virtuelle Maschinen und LXC für Container und bringt Cluster-Betrieb, Hochverfügbarkeit, Ceph-Speicher und eine eigene Backup-Lösung mit. Die aktuelle Version 9.2 erschien am 21. Mai 2026. Abgerechnet wird pro belegtem CPU-Sockel und Jahr, nicht pro Kern: von 120 Euro für den reinen Repository-Zugang über 370 und 550 Euro bis zu 1.100 Euro für die Stufe mit zwei Stunden Reaktionszeit. Der Betrieb ohne Abonnement ist möglich, für Produktivsysteme empfehlen wir ihn nicht — die geprüften Pakete des Enterprise-Repositorys sind das Geld wert. Ein Selbstläufer ist der Wechsel trotzdem nicht: Betriebsabläufe, Skripte und Monitoring müssen angepasst werden, und im Team sollte Linux-Wissen vorhanden sein oder aufgebaut werden. Auch die Hardware verdient einen Blick: Bestehende Server lassen sich in aller Regel weiterverwenden, bei Speichersystemen und Netzwerkkarten lohnt vorher ein Abgleich mit der Kompatibilitätsliste.

Wie eine Migration praktisch abläuft

Am Anfang steht eine Bestandsaufnahme: Welche virtuellen Maschinen laufen wirklich noch, welche hängen voneinander ab, welche vertragen ein Wartungsfenster und welche nicht? Erfahrungsgemäß fällt dabei ein gutes Stück Altbestand weg, das gar nicht mit umziehen muss. Ein aktuelles und geprüftes Backup gehört vor den ersten Umzug, ebenso ein Rückfallplan und eine unkritische Maschine als Pilot.

Von VMware aus ist der Weg vergleichsweise komfortabel: Proxmox VE bringt seit Version 8 einen Import-Assistenten mit, der sich direkt mit einem ESXi-Host verbindet und die Maschinen in der Oberfläche übernimmt — auf Wunsch auch als Live-Import mit kurzer Unterbrechung. Snapshots sollten Sie vorher auflösen, sonst zieht sich der Vorgang deutlich in die Länge.

Von Hyper-V aus gibt es keinen solchen Assistenten. Hier werden die VHDX-Dateien exportiert und die Festplatten anschließend in die neue Maschine eingebunden. Zwei Punkte entscheiden über einen ruhigen Ablauf: Die VirtIO-Treiber gehören in der Windows-VM installiert, solange sie noch am alten Hypervisor läuft — sonst startet sie auf dem neuen Host nicht. Und der Startmodus muss zusammenpassen: Maschinen der Generation 1 laufen unter SeaBIOS, Generation 2 unter UEFI beziehungsweise OVMF. Nebenbei lohnt der Blick auf die Windows-Server-Lizenzen, deren Zuordnung sich mit dem Host ändern kann.

Wir begleiten solche Umstellungen für Betriebe in Stuttgart, Nürtingen, Göppingen und Kirchheim unter Teck — vom Konzept über den Testlauf bis zum Betrieb der neuen Umgebung. Wenn Sie wissen möchten, was ein Wechsel in Ihrem Fall bedeutet, beraten wir Sie dazu gern oder rechnen Ihnen die beiden Varianten unverbindlich durch. Melden Sie sich, wenn Sie das Thema in Ruhe durchgehen möchten.

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